Im Moment schiessen Bärlauch-Rezepte auf allen Blogs wie die Pilze aus dem Boden. Ich habe mir daher sehr lange überlegt, ob ich diesen Beitrag machen will. Schlussendlich habe ich mich dann doch dazu entschieden und das aus einem einzigen Grund: Obwohl Pesto ja eine Uritalienische-Sache ist, kann man das Ganze auch wunderbar mit Produkten, die ausschliesslich in der Schweiz produziert werden, herstellen.

Mit Pesto kam ich zum ersten Mal in meinen Teenagerjahren über meinen Schwager, der ein grosser Fan von Italien ist, in Berührung. Er hat jeweils für die ganze Familie in mühsamer Handarbeit klassisches Pesto mit Basilikum und Pinienkernen hergestellt. Ich fand das damals schon extrem lecker. Wie viel Arbeit dahinter steckt, habe ich dann erst verstanden, als ich mich während der Zeit, in der ich in Italien wohnte, selber ans Pestomachen wagte. Denn ein gutes Pesto braucht Zeit und Geduld und viel Kraft… Die Geschichte dazu habe ich hier auf meinem anderen Blog www.signorapinella.ch schon mal erzählt. 

Aber ich bin eben auch überzeugt davon, dass man gute Ideen durchaus auch mit heimischen Zutaten umsetzen kann. Darum habe ich für mein Pesto statt den Pinienkernen einfach Walnüsse und anstatt Olivenöl ein feines Rapsöl aus Schweizer Produktion verwendet.

Ich gebe es auch ehrlich zu, dass ich von wegen Zeit- und Kraftaufwand immer mal wieder versucht bin, mein Pesto einfach in der Küchenmaschine zu machen. Aber offenbar kann die Hitze den Kräutern schaden und zu einem leicht verbrannten Geschmack führen. Aber während es bereits beim Basilikum eine langwierige Angelegenheit ist, ein Pesto mit dem Mörser zu machen, ist es beim Bärlauch noch viel schlimmer. Daher habe ich diesen schon einmal etwa gehackt und auch den Alpkäse (ich nehme ja immer den von unserer Kuh, die den Sommer auf der Alp im Justistal im Berner Oberland verbringt) habe ich klein gerieben. Einzig die Nüsse lassen sich von Anfang an problemlos im Mörser zerkleinern.

Für ein Pesto für vier Personen braucht es folgende Zutaten:

Ein Bund Bärlauch, 50g Walnüsse, 50g rezenter Käse, 100g Öl

Zubereitung: Den Bärlauch zerkleinern (idealerweise schon etwas hacken) und im Mörser zerreiben, die Walnüsse und den Käse dazugeben und das Ganze weiter gut miteinander verarbeiten. Dabei hilft es, wenn man nach und nach das Öl dazu gibt, weil sich die Masse so besser verarbeiten lässt. Am besten schmeckt das Pesto, wenn man es frisch serviert. Wenn es gut mit Öl bedeckt ist, kann es aber auch einige Zeit im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Ich habe übrigens nicht nur den Käse, sondern auch die Nüsse und den Bärlauch aus meiner Heimat bekommen. Das mit dem Bärlauch ist nämlich eine interessante Sache. Er wuchert in grossen Büscheln hinter dem Haus meiner Eltern und meine Mama klagt jedes Jahr, dass er immer grösser werde. Ganz ausreissen will sie ihn dann aber doch nicht und so bin ich eine dankbare Abnehmerin davon. Ernten sollte man ihn übrigens nur so lange, wie er noch nicht blüht. 

Die Nüsse stammen ebenfalls vom Nussbaum, der meiner Mutter gehört. Schon meine Oma sagte immer, dass man eine Nuss pro Tag essen solle, da das gut für die Augen sei. Und wenn man sie erst noch geschenkt bekommt, sollte das ja kein Problem sein.

Vermutlich ist den treuen Lesern unter Euch auch aufgefallen, dass es hier längere Zeit etwas still war. Das hat mit dem Umstand zu tun, dass ich in den letzten Monaten enorm beschäftigt war. Unter anderem habe ich die Anfrage vom Schweizer Fernsehen erhalten, ob ich mein Heimatdorf in der Sendung „Mini Schwiiz, Dini Schwiiz“ vorstellen würde. Die Sendung lief damals noch nicht, ich konnte mir gar nichts darunter vorstellen und ich wusste auch, dass ich definitiv nicht ins Fernsehen will. Irgendwann dachte ich dann, dass es doch nicht so schlimm werden würde und ich einmal etwas Neues ausprobieren könnte. Es war dann schlussendlich auch nicht so schlimm, war aber trotzdem sehr anstrengend und herausfordernd für mich und hat mich viel Zeit, Kraft und Nerven gekostet. So schnell lasse ich mich also definitiv nicht mehr auf so eine Geschichte ein. Das Schöne am Ganzen ist aber, dass ich der ganzen Schweiz zeigen konnte, wie schön meine Heimat ist und das war es wert. Ich verlinke Euch hier die Sendung.

So, das wärs von mir. Bis zum nächsten Beitrag wird es sicher nicht so lange dauern, da ich diesen bereits vorbereitet habe. Leider ist im Moment auch noch mein Backofen kaputt, was meine Kochideen etwas einschränkt. Aber am Dienstag bekomme ich einen neuen Ofen und freue mich riiiiiesig darauf!

Nun wünsche ich Euch viel Vergnügen bei der Pesto-Produktion und „e Guete“!