Nachdem es nun schon eine Weile her ist, seit hier mein letzter Beitrag online ging, will ich nun heute unbedingt mal wieder ein Rezept mit Euch teilen. Der Sommer ist in meiner Heimat traditionellerweise auch die Zeit, in der Dinge für den Winter vorbereitet und konserviert werden. Und obwohl man Honiglikör das ganze Jahr über ansetzen kann, gefällt mir die Idee, das im Sommer zu tun, weil man dann so an den kalten Wintertagen ein wärmendes Getränk hat.

In meinem Heimatdorf hat fast jede Frau ein eigenes Rezept für Likör. Und das Ansetzen von Früchten oder Beeren mit Schnaps hat eine lange Tradition.

Der süsse Likör aus Honig, Gewürzen und Kornbrand schmeckt süss und erinnert im Geschmack etwas an den mittelalterlichen Met-Wein. In seiner Wirkung ist er aber durch den hochprozentigen Alkohol um einiges stärker.

Die Herstellung eines Honiglikörs ist relativ einfach, und der Duft nach Gewürzen, Kräutern und Honig in der Küche während der Herstellung ist schlicht unbezahlbar.

Zur Herstellung eines Honiglikörs braucht es folgende Zutaten: 2 Stück Sternanis, 1 Vanillestange, 1 Zimtstange, Kräuter, 1 Biozitrone, 1 Liter Kornbrand (mindestens 38 Volumenprozent), mindestens 500 g Honig (wer es süsser mag, gibt mehr Honig dazu), 1 Tasse Wasser.
Vorgehen: Die Vanillestange halbieren und die Samen herausschaben und zusammen mit den restlichen Kräutern, Gewürzen und der Schale der Biozitrone und einer  Tasse Wasser kurz aufkochen und dann den Sud  mindestens eine Stunde lang ziehen lassen.

Der Sud wird dann durch ein Tuch in ein grosses Glas abgegossen. Danach den Kornbrand und den Honig dazugeben und alles gut verrühren. Das Glas mit einem Deckel verschliessen und den Likör mindestens drei Wochen lang ziehen lassen. Ab und zu sollte die Flüssigkeit gut umgerührt werden.

Der Honiglikör ist ein feines Dessertgetränk. Im Sommer wird er ähnlich wie der italienische Limoncello gekühlt nach dem Essen oder zuvor als Aperitiv serviert. Im Winter verleiht ein Schuss Honiglikör einem warmen Tee das gewisse Etwas. Er lässt sich auch leicht erhitzt (aber nicht gekocht, weil sonst der Alkohol verdunstet) trinken. So wärmt er ganz wunderbar von innen her.

Ich wünsche Euch viel Vergnügen beim Nachmacken und „e Guete“!

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