Ein «Chirschi» ist auf Berndeutsch eine Kirsche. Ich mag diesen Ausdruck, da er so ein richtiger Berner Ausdruck ist und ich mich irgendwie auch damit identifizieren kann. Letzteres hat einen einfachen Grund: Bei meiner ersten Arbeitsstelle in einer Redaktion (die ich übrigens immer noch als meine erste, grosse Liebe bezeichne – also im beruflichen Sinne) hat mir ein lieber Arbeitskollege irgendwann den Namen «Chirschi vom Land» verpasst. Das war absolut passend, denn ich war noch sehr jung, als ich die Chance erhielt für diese Tageszeitung zu arbeiten, wo ich das Glück hatte auf Leute zu treffen, die mich junges Chirschi förderten und mir sehr viel fürs Leben und übers Schreiben beibrachten. Und irgendwie mag ich diese hübschen, üppigen Früchte aus der Familie der Rosengewächse und bin damit auch stolz darauf ein «Chirschi vom Land» zu sein. Denn dort habe ich meine Wurzeln und dort fühle ich mich wohl.

Über meine kulinarischen Wurzeln und meine beiden Blogs ( www.signorapinella.ch war ja mein erster Blog, den ich immer noch mit viel Liebe führe) darf ich auch in einem Interview in der aktuellen Ausgabe von «Annemarie Wildeisens Kochen» berichten. Ich habe mich sehr gefreut, als man mir sagte, dass mein Blog der «Blog des Monats» sein werde, fand es aber gleichzeitig herausfordernd die Seite zu wechseln, da ich ja sonst immer diejenige bin, welche den Leuten die Fragen stellt. Der zuständigen Redaktorin ist es aber gelungen einen wirklich treffenden und vor allem enorm liebenswürdigen und ermutigenden Text über meine Blogs zu schreiben, über den ich mich sehr fest gefreut habe. Am vergangenen Montag erschien nun die Ausgabe mit meinem Interview und weil ich mich so darüber gefreut habe, wollte ich Euch kurz davon berichten. Unter www.wildeisen.ch findet Ihr alle weitere Infos zu diesem wirklich schönen und empfehlenswerten Kochmagazin.

Da ich letzte Woche auf dem Markt in meiner geliebten Heimatstadt Thun über wunderbare Kirschen und wenig später in der Käserei in Langnau über ein grosses Stück Ziger gestolpert bin, habe ich passend dazu einen Ziger-Kirschenkuchen mit Zutaten aus meiner Heimat kreiert. Die Kombination von Käse, Kirschen und Mandeln ist einfach himmlisch und perfekt für den Sommer.

Zutaten für einen Ziger-Kirschenkuchen:

Boden: 200 g gemahlene Mandeln, 140 g Zucker, 2 Eiweiss, 1 Messerspitze Vanilleextrakt, 2 EL Amaretto

Belag: 400 g Kirschen, 500 g Ziger, 4 Eigelb, 2 Eiweiss, 150 g Zucker, geriebene Schale von einer Biozitrone, Mandelplättchen

Zubereitung: Zuerst eine Kuchenform 25 cm Durchmesser mit Blechreinpapier auslegen und die Seiten einfetten und mit Mehl bestäuben. Die Form eine halbe Stunde im Kühlschrank kalt stellen. Alle Zutaten für den Boden in eine Schüssel geben, gut verrühren und danach gleichmässigen in der Kuchenform als Boden verteilen und diesen 12 Minuten bei 180 Grad backen.

Für den Belag die vier Eigelb und den Zucker mit dem Rührwerk hell rühren und danach den Ziger hineinbröckeln und die Zitrone dazu geben und die Masse ebenfalls nochmals gut rühren. Die zwei Eiweiss steif schlagen und unter die Masse ziehen und diese dann auf dem Kuchenboden verteilen.

Die Steine aus den Kirschen entfernen (es können für diesen Kuchen auch andere Früchte verwendet werden) und diese dann auf der Zigermasse verteilen. Zum Schluss Mandelplättchen darüber streuen und den Kuchen 45 Minuten in der Mitte des Ofens bei 180 Grad backen.

Nach dem Backen den Kuchen gut auskühlen lassen, mit dem Messer am Rand von der Form lösen und geniessen.

Zum Thema Ziger muss ich kurz noch etwas sagen. Ich bin mit Ziger aufgewachsen, da er jeden Sommer auf der Alp im Justistal, wo meine Familie jeweils eine Kuh sömmert, produziert wird. Der Ziger wird aus der Molke, die nach dem Käsen übrig bleibt, mit der Zugabe von Essig auf dem Feuer hergestellt. In gewissen Regionen der Schweiz wird der Ziger mit Kräutern versetzt oder geräuchert. Unser Ziger ist eigentlich relativ geschmacksneutral und kann sowohl mit etwas Zucker, wie auch mit etwas Salz bestreut gegessen werden. Das dieser Ziger, der von Kindesbeinen an einfach so zu meinem Leben gehörte, etwas Besonderes ist, hat mir die liebe Nicole vom Blog www.zumfressngern.ch beigebracht. Sie schwärmt davon. Da Ziger wirklich nicht so einfach zu bekommen ist, ist es aber auch ok, wenn Ihr den Kuchen mit seinem italienischem Bruder dem Ricotta backt;)

Das Chirschi vom Land schickt Euch liebe Grüsse und wünscht «E Guete»!

P.S. vielleicht habe Ihr es schon entdeckt, dass ich auf dem Bild im Magazin eine Kirsche in der Hand halte. Das war übrigens völlig unbeabsichtigt und ungeplant. Aber vermutlich war es das Chirschi tief in mir drin, das einfach auch noch mit auf das Bild wollte;)

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