Im Rahmen meiner Arbeit als Journalistin komme habe ich immer mal wieder die Gelegenheit Messen, die sich rund um das Thema Genuss und spannende Produkte drehen, zu besuchen. So war ich Ende November am Salon des Goûts et Terroirs in Bulle FR. Ich habe bereits hier einmal erwähnt, dass mich manchmal an Foodmessen so ein leicht unwohles Gefühl beschleicht und ich mich daran störe, wenn Essen fast schon zu einem Kult und Religionsersatz wird.

Am Salon Goûts et Terroirs hat mich dieses komische Gefühl interessanterweise nicht beschlichen. Im Gegenteil – ich fühlte mich pudelwohl. Ich vermute, dass das vor allem daran lag, dass das Ganze im französischen Sprachraum stattfand. Die welsche Art zu geniessen ist so viel unverkrampfter als unsere. Bereits als Kind empfand ich das so. Vermutlich auch, weil mein Vater von seinen französischen Vorfahren her mit dieser Küche vertraut war, immer davon geschwärmt und uns Kinder früh mit der Küche aus der welschen Schweiz und dem Elsass vertraut gemacht hat. Die Messe findet übrigens jedes Jahr statt und ich kann Euch einen Besuch von ganzem Herzen empfehlen.

Ich war wegen der Präsentation einer Wirkungsstudie über den Schutz von Produkten mit Hilfe der AOP-IGP-Gesetzgebung, welche vor 20 Jahren in Kraft getreten ist. Zuerst war ich ja auch da etwas kritisch, da es unzählige Labels gibt und es für den Konsumenten manchmal schwierig ist, sich in diesem Label-Dschungel zurecht zu finden. AOP-IGP-Produkte kaufe ich aber selber regelmässig und bewusst ein und schätze es, wenn ich mich an dieser Kennzeichnung orientieren kann.

AOP (Appellation d’origine protégée) und IGP (Indication géographique protégée) sind Qualitätszeichen, welche seit 1997 zum Schutz von Schweizer Produkten eingesetzt werden, die traditionelle Spezialitäten sind und eine starke Verbindung zu ihrer Ursprungsregion haben. Bei Produkten mit einer AOP kommt vom Rohstoff zur Verarbeitung bis zum Endprodukt alles aus einer klar definierten Ursprungsregion. Spezialitäten mit einer IGP werden im Herkunftsort entweder erzeugt, verarbeitet oder veredelt. 21 Produkte sind heute als Schweizer AOP-Spezialitäten mit Ursprungsgarantie im Bundesregister eingetragen. Dazu gehören zum Beispiel Glarner Alpkäse AOP, Walliser Roggenbrot AOP und Zuger Kirsch AOP und Rigi Kirsch AOP. Zwölf Schweizer Spezialitäten wurden bisher als IGP-Spezialitäten mit Tradition eingetragen. Die St.Galler Kalbsbratwurst IGP, der Walliser Trockenspeck IGP und die Saucisson neuchâtelois IGP gehören unter anderem dazu.

Dass der Schutz der Produkte Sinn macht und auch die Situation der Produzenten verbessert, war dann unter anderem ein Fazit der Studie, welche im Auftrag der Schweizerischen Vereinigung der AOP-IGP und des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) von der landwirtschaftlichen Beratungsstelle Agridea durchgeführt wurde. Zusätzlich würde damit deren Qualität verbessert und zum Erhalt des kulturellen Wertes beigetragen.

Das ist ja wiederum auch im Sinne der Konsumenten. Weitere Informationen zu den AOP-IGP-Produkten und den Aktivitäten der Organisation gibt es unter: www.aop-igp.ch

Nächste Woche habe ich dann ein feines Familienrezept aus einem AOP-Produkt für Euch!

Ich wünsche Euch eine gute Woche und viel Zeit zum Geniessen!

 

 

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