Heute Nachmittag verschlug es mich aus beruflichen Gründen an den Slow Food Market in Zürich. Nachdem ich einen Nachmittag lang die volle Dröhnung von exklusivem Konsum bekommen hatte, begannen mich schwere Zweifel zu plagen, ob ich es verantworten kann, diesen Beitrag zu bringen. Denn einmal mehr habe etwas gar nicht so Exklusives für Euch und sogar noch eine Zutat, die ganz böse aus der Dose und definitiv nicht aus der Schweiz kommt…

Doch dann habe ich noch etwas weiter gedacht. In unserer Familie bedeutet Genuss, dass man nicht alles jeden Tag hat und es gewisse Dinge gibt, die besonderen Anlässen vorbehalten sind. Dazu kommt, dass die Vorratshaltung bereits durch die Wohnlage meiner Familie und besonders meiner lieben Oma immer ein wichtiges Thema war und ist. Wer fast eine Stunde steil den Berg hinunter und dann zurück noch viel länger zu Fuss gehen muss, wenn er einkaufen will, der denkt dabei weiter als nur an den nächsten Tag. Meine Oma hat nie ein Auto besessen und entweder ist sie eben zu Fuss gegangen oder konnte gelegentlich mit jemandem mitfahren, wenn sie grössere Einkäufe zu machen hatte. So standen bei ihr halt auch immer Konserven im Keller und wir Enkel wussten, dass es etwas ganz Besonderes ist, wenn wir eine Dose Pfirsich aus dem Keller holen durften. Und auch wenn meine Oma halt mal eine Frucht aus der Dose auf den Tisch brachte, war sie wohl einer der ökologischsten Menschen, der mir je begegnet ist. Nichts wurde bei ihr weggeworden und aus allem hat sie etwas gemacht. Das war nicht nur beim Essen so.

Als junge Frau hatte sie den Mangel der Kriegsjahre erlebt und das hat sie und mein Grossvater geprägt und sie haben dieses Bewusstsein an meine Mutter und ihre Geschwister weiter gegeben. Ich bin dankbar, dass ich solche Vorbilder habe und deshalb teile ich heute auch mit Stolz das Rezept für unsere geliebte Ananascrème mit Euch. Denn die gibt es wirklich nur ganz selten, in der Regel vor allem an Weihnachten. Da mein Mann aber dieses Wochenende Geburtstag hatte, habe ich eine Ausnahme gemacht und sie für unsere 16 Gäste gekocht. Ja, wir haben eine grosse Familie. Aber das ist schön und gut so und ich mag es, wenn alle zusammen sind und solche besondere Tage haben besonderes Essen verdient und dann darf es halt auch mal eine Ananas aus der Dose sein. Meine Oma wäre damit einverstanden.

Und hier nun also das Rezept für die wirklich leckere Ananascrème für ca. 6 Personen:

Zutaten: 1 Dose Ananas, 2 EL Maisstärke, 1 L Flüssigkeit (den Saft der Ananas abmessen und mit Milch auffüllen bis es einen Liter Flüssigkeit ergibt), 2 Eigelb, 2 Eier, 8 EL Zucker, Vanilleextrakt, 1 Spritzer Zitronensaft und 4 dl Rahm.

Zubereitung: Die zwei ganzen Eier und die zwei Eigelb mit dem Handrührgerät zusammen schaumig rühren, die Maisstärke, den Zucker, einen Spritzer Zitronensaft, die Milch-Ananassaft-Mischung und das Vanilleextrakt beigeben und alles gut unter ständigem Rühren aufkochen. Die Crème gut auskühlen lassen. Den Rahm schlagen, die Ananas klein schneiden und zusammen mit der Crème verrühren. Die Crème eine Stunde kühl stellen und servieren.

Ich wünsche „E Guete“!

P.S auf meinem zweiten Blog www.signorapinella.ch habe ich etwas über die Dekoration und das Geburtstagsfest geschrieben. Es freut mich sehr, wenn Ihr dort auch vorbeischaut und den Blog abonniert!

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